Was unterscheidet den teuren Balsamico vom Balsamico beim Discounter?

Aceto Balsamicos gibt es sehr viele. Dahinter verbirgt sich allerdings meist ein industriell hergestellter Essig von mäßiger bis schlechter Qualität, der vom guten Namen Aceto Balsamico profitieren will, diesem aber nicht gerecht wird. Rechtlich ist es nicht verboten, jeden Essig als Aceto Balsamico anzupreisen. Dieser Name ist nicht geschützt. Eingetragene Warenzeichen – und damit auch rechtlich geschützte Bezeichnungen – sind nur „Aceto Balsamico Tradizionale“, „Aceto Balsamico Tradizionale di Modena“ und „Aceto Balsamico Tradizionale di Regio Emilia“. So dürfen sich ausschließlich Essige nennen, die aus den angegebenen Regionen kommen.

Der Unterschied

Der industriell hergestellte Aceto Balsamico unterscheidet sich vom handwerklich hergestellten Original vor allem durch die Inhaltsstoffe. Er besteht meist aus Traubenmostkonzentrat mit Karamell, Konservierungs- und Aromastoffen und Glycerin. Daraus resultiert, dass er sich auch geschmacklich vom „echten“ Aceto Balsamico unterscheidet. Dieser ist ein reines Naturprodukt, bei dessen Herstellung keinerlei Farb- oder Konservierungsstoffe zum Einsatz kommen. Trotz des Verzichts auf Konservierungsstoffe ist der Aceto Balsamico nahezu unbegrenzt haltbar, selbst wenn die Flasche bereits geöffnet wurde. Aus gesetzlichen Gründen ist auf den Flaschen trotzdem ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Wichtig ist es, die geöffnete Flasche jedes Mal wieder luftdicht zu verschließen. Andernfalls würde weiterhin Wasser verdunsten, wodurch mit der Zeit der Zucker kristallisieren und damit den Balsamico ruinieren würde.

Die Herstellungsweisen

Die industrielle Herstellung hat natürlich den Vorteil, dass der „falsche“ Balsamico mit relativ geringem Aufwand massenhaft produziert und im Handel wesentlich günstiger angeboten werden kann. Im Gegensatz dazu wird beim Aceto Balsamico Tradizionale der Herstellungsprozess strengstens überwacht und pro Jahr werden nur etwa 100.000 Flaschen mit 100 ml Inhalt hergestellt. Diese jährlich produzierten 10.000 Liter Balsamico mögen auf den ersten Blick viel erscheinen, global betrachtet macht es die von Feinschmeckern auf der ganzen Welt hoch geschätzte Delikatesse aber zur echten Rarität.

Wer sich dennoch für den industriell hergestellten, günstigeren Balsamico entscheidet sollte unbedingt darauf achten, dass der Traubenmost in der Zutatenliste an erster Stelle steht, und erst dahinter Weinessig aufgeführt wird. Andernfalls erwirbt man für sein Geld nämlich nur Weinessig mit Farbe.

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