Selbst der Adel liebte den besten Essig der Welt
Die Liebe der hohen Herrschaften und Regenten aus der Vergangenheit zu diesem besonderen Essig lag in erster Linie natürlich im einzigartigen Geschmack begründet, die diese Zutat den Speisen verlieh. Darüber hinaus waren und sind die aufwendige Herstellung und der damit einhergehende Preis eine weitere Ursache, das in den Königshäusern dieser Speisezusatz als Statussymbol galt.
Adelige Familien statteten ihre Töchter im 19. Jahrhundert mit Aussteuerbeigaben in Form von Essigbatterien aus, um den Vermögensstatus deutlich zu zeigen. Diese Beigabe bestand aus mehreren Fässern verschiedener Hölzer in unterschiedlichen Größen. Diese Behältnisse gaben ihr eigenes Aroma an die Flüssigkeit im Inneren weiter. Gegenwärtig entspricht eine derartige Essigbatterie einem Gegenwert von mehreren tausend Euro. An dieser Tatsache kann festgemacht werden, dass der Wert im 19. Jahrhundert um ein Vielfaches höher gewesen war und nur besonders betuchte Familien sich eine dahingehende Aussteuerbeigabe leisten konnten. Gleichermaßen war es zur Zeit der europäischen Königshäuser nur adäquat, seine geladenen Gäste bei Tisch mit Köstlichkeiten zu verwöhnen. Der individuelle Geschmack des Balsamicos fiel den Gästen augenblicklich auf und das Lob an den Gastgeber ließ nie lange auf sich warten. Darüber hinaus war der Balsamico zu dieser Epoche noch kein Massenprodukt.
